Mittwoch, 31. Dezember 2025

2025

Beste Entscheidung:

Ein Buch zu schreiben. Meine berufliche Entwicklung hat mich in den letzten 10 Jahren tief in die Themen “Mittelstand”, “Startups” und generelle Wirtschaftstheorien getrieben. Nicht nur, wegen meiner Arbeit bei der “Gründerszene”, wo ich seit knapp 10 Jahren wöchentlich meine Kolumne schreibe, sondern auch aus politischen Gründen. Die vorherrschende neoliberalistische Idee von Wirtschaft ist nämlich gar nicht so gottgegeben und Alternativen gibt es zu Hauf. Mit Carolina Marques habe ich wochenlang darüber diskutiert und daraus entwickelte sich dann die Idee für dieses Buch, das wir beide dann geschrieben haben. Und ich bin dann doch recht stolz auf das Ergebnis.

Schlechteste Entscheidung:

Keinen Urlaub zu machen. Mein letzter richtiger Urlaub (mehr als 5 Tage am Stück mal woanders und nicht arbeiten) war 2021. Ich hatte zwar einige verlängerte Wochenenden, aber richtig abgeschaltet habe ich lange nicht mehr. Das ist zwar nicht ungewöhnlich in meinem Leben, aber man wird ja nun nicht jünger, und am Ende diesen Jahres merke ich dann doch, dass das so nicht weitergeht.

Beste Anschaffung:

Ich könnte das neue iPhone hier nennen. Das war nach vier Jahren nötig. Aber es könnte auch unter die nächste Rubrik fallen. Ja, es macht Spaß, ja, es macht viele Dinge besser. Aber die beste Anschaffung war es nicht. Ich hatte dieses Jahr keine größeren oder weltbewegenden Anschaffungen. Die beste war noch die Razer Basilik V3 Maus. Die erste Maus seit Ewigkeiten, die perfekt in meine Hand passt.

Dämlichste Anschaffung:

Mal abgesehen von der obigen Bemerkung, war ich dieses Jahr brav. Was auch daran liegt, dass ich gerade dabei bin, mich und mein Wohnumfeld zu entschlacken. Zu viel Krempel für zu wenig Platz. Ich fühle mich beengt. Das hatte sich schon länger angekündigt, aber wie immer braucht es zwischen 12 und 24 Monate, bis ich dann tatsächlich auch was verändere.

Schönster Absturz:

Ich habe dieses Jahr etwas mehr getrunken, aber es ist immer noch wenig im Vergleich zu früher. Im Sommer alle zwei Wochen mal ein Bier oder ein Glas Wein, das war es. Im Herbst/Winter dann wieder wochenlang nichts, weil ich wenig ausgehe. Einen schönen Absturz gab es aber dennoch. Im Spätsommer, an einem der letzten warmen Abende, drei Gin-Tonic in der “Hausbar” mit dem Wissen, dass es einer der letzten warmen Abende sein würde.

Schlimmster Absturz:

Keinen gehabt.

Bestes Getränk:

Wasser. Mit Kohlensäure. Großer Fan. Und Kurkuma-Tee am Morgen.

Ekelerregendes Getränk:

Gerolsteiner. Ich hatte keine andere Wahl, weil es nichts anderes gab an diesem Bahnhof im Nirgendwo. Ich hasse Gerolsteiner. Es schmeckt wie nasse Socken riechen. Ich verstehe nicht, wie dieses Mineralwasser so beliebt sein kann.

Bestes Essen:

Sushi im “Vinpearl” bei mir um die Ecke. Ich weiß nicht, was die mit dem Reis anstellen, aber er ist jedes Mal perfekt. Ansonsten wie letztes Jahr “Lei`s Kitchen” im Wedding und die Pizza im “Bye Bye Cavaliere” in Friedrichshain.

Schlimmstes Essen:

Kein Essen in Stuttgart zu finden. Gut, es war etwas später (21.00 Uhr), als ich in Stuttgart angekommen bin. Aber ich war schon in sehr, sehr vielen Städten in Deutschland. Und jedes Mal finde ich in Bahnhofsnähe zumindest einen Döner. Selbst in Hamm. Aber Stuttgart begrüßt seine Reisenden mit der Bemerkung “Wir essen hier zu Hause”. Danke ans Motel One Team, dass es mir noch ein Sandwich organisiert hat.

Ansonsten: Die traurigste Pizza der Welt in Leinefelde-Worbis. Ein Industrie-Diskus für den sich jede andere Pizza schämt. Aber: Immerhin gab es in Leinefelde-Worbis, ein Ort, den niemand kennt, am Bahnhof was zu essen. Sollte sich Stuttgart zum Vorbild nehmen.

Beste Musik Das war dieses Jahr erstaunlich facettenreich, was vor allem daran lag, dass ich mehr Bandcamp genutzt habe. Die Algorithmen aller von mir genutzten Dienste (Apple, YouTube Music) gehen mir auf die Nerven. Einmal Neil Young gehört und schon gibt der Vorschlags-Algorithmus wochenlang 70er-Musik. Man hat ja schon Angst, aus Versehen auf irgendwas zu klicken, weil man dann Ewigkeiten bestraft wird. Bandcamp macht das nicht, und außerdem kann man stöbern, ohne dass eine KI einen nervt.

Pola & Bryson & Lauren Archer - Under www.youtube.com

Erstaunlich viel Drum ‘n Bass dieses Jahr gehört. Und Schuld daran ist dieses Stück, dass ich im Januar entdeckt habe. Fängt mit einer wunderschönen Fläche an und wechselt dann in einen ziemlich überraschend schnelle Beat. Was eigentlich nicht zusammenpassen sollte, passt hier perfekt. Zwar nicht neu (siehe Goldie) aber ungewöhnlich und wunderschön.

Vitalic - Poison Lips www.youtube.com

Satte 16 Jahre alt, aber erst in diesem Jahr entdeckt. Weil irgendjemand auf Instagram die Szene aus dem “Kaspar Hauser” Film von 2012 gepostet hatte, in der das Stück vorkommt. Einerseits ist es ja toll, dass man 2009 Musik produzieren konnte, die heute noch so klingt, als wäre sie gerade erschienen. Andererseits ist es etwas bedenklich, denn es zeigt, wie wenig sich die Musik in den letzten 20 Jahren verändert hat. Selbst der Sprung zwischen 1999 und 2009 ist größer, als der zwischen 2009 und 2025. Ändert aber nichts daran, dass das ein Banger ist.

Rosa Damask - Adore You

www.youtube.com Hinter dem Pseudonym steckt Nastia Reigel, eine aus Russland stammende DJane und Musikerin, die eigentlich eher in der Techno-Ecke zu verordnen ist. Mit ihrem Alter Ego hat sie allerdings dann in diesem Jahr eines der besten New-Gothic-Alben rausgebracht, die ich gehört habe. Leider alle Konzerte von ihr in Berlin erfolgreich versäumt, weil die nur im Berghain stattfinden, und ich habe keine Lust auf Berghain.

Takuya Nakamura -Solar Flame www.youtube.com

Noch mal Drum ‘n Bass, aber dieses Mal aus Japan. Takuya Nakamura mischt ziemlich harten Drum ‘n Bass mit live eingespielten Jazz-Elementen. Er selbst spielt bei seinen Sets meist Trompete. Nicht alles von ihm ist so soft, wie dieses Stück, was leider auch etwas zu kurz geraten ist. Nichtsdestotrotz einer der schönsten Tracks des Jahres.

Noël McGhie & Space Spies - Trapeze www.youtube.com

Jazz ist bei mir in diesem Jahr etwas kurzgekommen. Mal abgesehen von Bert Kämpfert, den ich jeden Sonntagmorgen höre. Der sehr gute Instagram-Account “groove_diggah”, der im dauernd irgendwelche obskuren Alben aus den 70ern rauskramt, brachte mich zu Noël McGhie. Der Jazz-Schlagzeuger hat zwei Alben gemacht, eins 1975, ein weiteres 2010. Und das 1975er ist eine echte Perle. Klassischer Jazz-Funk-Blues-Fusion aus der Zeit.

Schlimmstes Gejaule:

Sobald ich “Autotune” raushöre, schalte ich ab. Deutscher Rap.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung:

Switchblade Symphony - Dissolve www.youtube.com

Apropos 90er. Diese Band, bestehend aus zwei Damen aus Los Angeles, war mir damals schon mal über den Weg gelaufen, hatte ich aber dann verdrängt. Sehr unrecht, wie ich 2025 feststellen konnte. Gut, produktionstechnisch merkt man den beiden Alben der Band das Alter an, auch dass man jetzt nicht so viel Geld für die Produktion hatte. Das Ergebnis ist aber dennoch eines der besten zwei Trip-Hop-Alben der Zeit. Danke Bandcamp.

Peinlichster musikalischer Faux-Pas:

Ok, ich bin nicht alleine damit. 430 Millionen Views auf YouTube. Aber peinlich ist es mir schon www.youtube.com

Beste Idee/Frage: Eigentlich sollten wir ein Buch zu dem Thema schreiben.

Dämlichste Idee/Frage:

Eigentlich sollten wir ein Buch zu dem Thema schreiben, während ich ein komplettes Magazin produziere und eine komplexe Augen-OP habe, die mich wochenlang beschäftigt. Mein Timing ist immer perfekt.

Beste Lektüre:

Sebastian Haffner - Geschichte eines Deutschen Sehr schöne Autobiografie von Haffner, der tief in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts eindringt und auch die politischen Zusammenhänge, die zur Nazi-Zeit geführt haben, mit aufnimmt. In diesem Zusammenhang empfehle ich dann noch die Tagebücher des “Roten Graf”, Harry Graf Kessler, aus den Jahren 1918 bis 1937.

Langweiligste Lektüre:

350 Millionen pdf zu Wirtschaftstheorien im Neoliberalismus. In 100 Jahren werden die Leute denken: “Wie konnte man nur so bescheuert sein”.

Bester Sex:

Mit anderen.

Langweiligster Sex:

Mit mir allein

Schönster Moment:

Jeder Moment mit Dana in diesem Jahr. Was seltener vorkam, als wir beide wollten. Aber Arbeit, Familienkrempel und andere Dinge haben unsere gemeinsame Zeit ziemlich eingedampft.

Schlimmster Moment: Im August drei Tage im Krankenhaus wegen einer komplexen OP an meinem rechten Auge. Krankenhaus war gut (Getrauden Hospital, die Ärzte nett, ebenso das Personal). Weniger schön war dann die Rekonvaleszenz. Die Netzhaut heilte nur langsam und ist Stand Dezember immer noch nicht vollkommen ausgeheilt.

Zugenommen oder abgenommen?

Weder noch. Es bewegt sich mal 3 Kilo nach oben und wieder runter. Ich bin zufrieden und meine Ärztin auch.

Haare länger oder kürzer?

Lang. Im Moment wieder auf Precht-Niveau.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Siehe oben. Immerhin ist das rechte Auge dank einer neuen Linse nun besser.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Weniger. Ich habe auch einfach alles, was ich benötige.

Der hirnrissigste Plan?

Fünf Tage nach meiner Augen-OP wieder zu arbeiten. Aber ich steckte im August im Endspurt einer Heft-Produktion und hatte sechs Wochen, um ein Buch zu beenden.

Die gefährlichste Unternehmung?

LED-Birnen in der Küche gewechselt. Die Lampe hängt so dämlich, dass man auf der Leiter nur dann rankommt, wenn man sich sehr streckt. Fast runtergefallen. Konnte aber vermeiden, dass ich die Statistik “Hausunfall” um ein paar Knochenbrüche erweitere.

Der beste Sex?

Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung?

iPhone 17 Pro Max.

Das leckerste selbstgemachte Essen?

Jede Woche mein selbstgemachtes Weißbrot. Mehl, Wasser, Hefe, Salz - fertig.

Das beeindruckendste Buch?

Die oben erwähnten Tagebücher von Kessler. Sehr beeindruckende Schilderung der Jahre 1918 und 1919. Die damaligen Ereignisse liegen so weit zurück, dass man kaum mehr ein Gefühl dafür hat, was damals los war und wie es die Menschen beschäftigt hat. Kessler gelingt das Kunststück, einen direkt in die Berliner Straßenkämpfe zurückzuholen.

Der beste Film/Serie?

Ich habe dieses Jahr so gut wie nichts gesehen. Das letzte Mal hatte ich den Fernseher im Februar an, als ich mit einer Erkältung im Bett lag. Mich interessieren im Moment weder Serien noch Filme . Wobei das mit den Filmen gar nicht stimmt. Ich schaue sie nur lieber im Kino anstatt zu Hause. Dummerweise bin ich aber gleichzeitig auch ungemein faul, weshalb ich nicht ins Kino gehe.

Die beste CD?

Dieser Fragebogen existiert seit über 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert?

Auf keinem gewesen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Mit Dana. Und mit Constanze und Sophia.

Die schönste Zeit verbracht wo…?

Im Sommer, draußen.

Vorherrschendes Gefühl 2025

Das erste Halbjahr: Mir ist langweilig Das zweite Halbjahr: Let’s go!!!!

2025 zum ersten Mal getan?

Ein Buch geschrieben. Ich dachte ja immer, ich schreib mal einen Roman. Aber es ist dann ein Sachbuch geworden, in dem ich heimlich Kapitalismuskritik untergebracht habe.

2025 nach langer Zeit wieder getan?

Mir angewöhnt, morgens Tee zu trinken. Meist Kurkuma-Tee, manchmal Schwarztee. Hat mein Leben jetzt nicht auf den Kopf gestellt, aber auf Dauer doch etwas verändert. Ich bin morgens und durch den Tag fitter und habe weniger Hunger zwischendurch.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Augen-OP, Winter und zunehmend: Berlin

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass sie sicher ist. Meine Partnerin macht sich zunehmend Sorgen um ihre und die Sicherheit ihrer Kinder. Was man als jüdische Person in Berlin halt mittlerweile so machen muss.

2025 war mit 1 Wort … ?

Abwechslungsreich und kreativ.

Vorsatz für 2026

Weniger konsumieren, mehr schreiben. Weniger Empörung, mehr Erklären.

2024

2023

2022

2021

2020

2019

2018

2017

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2003

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Dienstag, 31. Dezember 2024

2024

Beste Entscheidung:
Sophia. Sie kam zu mir, nachdem Jenna (siehe weiter unten) plötzlich verstorben war. Gekauft habe ich sie in Neukölln, aber gefunden habe ich sie über eine Kleinanzeigenplattform, die ich im fürstlichen Park in Luxemburg durchforstet habe. Da saß ich, weil ich Zeit hatte, bis mein Flug zurück nach Berlin ging, und da es unfassbar heiß war, habe ich mich mit einer Flasche Wasser ausgerüstet auf eine Parkbank in den Schatten gesetzt und Katzenbabys gesucht. Sophia war die einzige, mit der die sehr freundliche Familie beim Arzt war. Die also ihre erste Impfung hatte und auf Krankheiten untersucht war. Untersuchungsbericht lag vor, Impfpass auch.

Die erste Woche hier mit Constanze war hart für beide. Constanze noch in Trauer, Sophia verschreckt und traurig, weil ihre Geschwister weg waren. Aber nach einer Woche hat Constanze ihre neue Rolle als Stiefmutter entdeckt und seitdem sind die beiden sehr eng miteinander verbunden. Aus dem kleinen Fellball ist mittlerweile eine ziemlich große, wahnsinnig liebe und liebevolle, verspielte Katze geworden.

Schlechteste Entscheidung:
In einem wichtigen Moment nicht genug aufmerksam gewesen sein. Meine Partnerin war krank, ich im Stress und anstatt alles stehen und liegenzulassen, habe ich nichts gemacht. Das hat sie zu Recht enttäuscht. Und mich ebenfalls. In so Momenten eine falsche Entscheidung zu treffen, war mir aber auch eine Lehre. Das hat unsere Beziehung nicht beschädigt und am Ende gestärkt, aber ich wäre froh gewesen, anders gehandelt zu haben.

Beste Anschaffung:
Kanto Ora Boxen für den Desktop zu kaufen. Tatsächlich seit Jahren auf der Suche nach passenden Boxen gewesen. Die müssen neutral klingen können, damit ich hören kann, wie die von mir produzierten Podcasts klingen, aber auch mittels EQ ein bisschen Bumms haben. Die Kanto waren teuer (400 Euro) aber jeden Cent wert. Einziges Manko: waren nicht in der Farbe Weiß zu bekommen. Aber irgendwas ist ja immer. 

Ebenfalls nicht unwichtig: das Oppo Find N3 Fold. Ist ein "Langzeit Testgerät", insofern hat es mich nichts gekostet. Aber ich habe damit ein zweites Backup Telefon, auf dem auch alles, bis auf Banking so eingerichtet ist, dass ich es sofort nutzen kann, falls das iPhone kaputtgeht oder geklaut wird. Einem Bekannten ist das passiert und er hatte kein Backup, was ihm eine Woche Stress brachte. Grundsätzlich habe ich mein iPhone so abgesichert, aber mit einem zweiten Telefon kann ich alle Passwörter sofort ändern, Zugänge sperren und eine neue SIM bestellen.

Dämlichste Anschaffung:
Mir fällt ausnahmsweise mal keine ein. Ich hatte in den letzten Jahren viel in neue Technik und andere Dinge investiert. Daher war es dieses Jahr ruhig. Allerdings steht auf dem Zettel für 2025: komplette Renovierung Schlafzimmer.

Schönster Absturz:
Wie immer in den letzten Jahren, wenig getrunken. Aber alle sechs bis acht Wochen mit meinem besten Freund unterwegs gewesen und da gibt es dann immer zwei, drei Gin-Tonic oder Martini (gerührt, nicht geschüttelt)

Schlimmster Absturz:
Tatsächlich einer, da waren es dann zwei Gin-Tonic zu viel. Das habe ich in der Tat etwas bereut.

Bestes Getränk:
Wasser. Mit Kohlensäure. Großer Fan. Und Cola Zero. Leider.

Ekelerregendes Getränk:
Irgendeine dieser Limos mit absurden Geschmacksrichtungen.

Bestes Essen:
Das "Braised Pork" in "Lei's Küche" im Wedding. Überhaupt der ganze Laden und die ganze Karte. Unfassbar guter, unprätentiöser und günstiger Laden mit authentischer chinesischer Küche. Längere Wartezeiten, aber die sind es wert. Reservieren sollte man auch.

Schlimmstes Essen:
Nach etlichen Jahren mal wieder eine "Wagner" Tiefkühlpizza ausprobiert, weil faul. Bei mir liegt immer eine in der Tiefkühlabteilung für den Notfall, die ich dann regelmäßig nach anderthalb Jahren wegwerfe, weil sie abgelaufen ist. Die "Wagner" fand ich rechtzeitig vor dem Ablaufdatum und habe es sofort bereut. Ein Boden, der das Wort Teig nicht verdient, ein nach Nichts (immerhin) schmeckender Belag. Ich hätte auch einen Karton mit Ketchup essen können. Reuevoll wieder eine Dr. Oetker gekauft, die jetzt darauf wartet, dass sie vermutlich 2026 wegwerfen muss.

Beste Musik
Bevor ich zur Musik komme - ich bin dieses Jahr permanent zwischen Apple Music und YouTube Music hin und her gependelt. Apple hat den besseren Sound, YT die deutlich größere Auswahl für den manchmal absurden Krempel, den ich so höre. Und die besseren Playlists, die über den Algorithmus kommen. Führte dann dazu, dass ich überall unterschiedliche Playlists hatte, die ich dann wieder über einen Dienst (Tunemymusic) für zusätzliche 5 Euro im Monat synchronisiere. Aber hier die 5 Songs, die mein Jahr geprägt haben.

Michael Cera - Clay Pigeons
www.youtube.com
Keine Ahnung, wie ich auf diesen Song gekommen bin, aber das mittlerweile 10 Jahre alte Stück habe ich erst dieses Jahr entdeckt und es hat mich verzaubert. Der Song hat mich traurig gemacht, wenn die Stimmung nicht gut war. Aber er hat mich auch glücklich und wunderbar ruhig gemacht. Er war in jeder meiner Playlists für Zugfahrten. Denn er ist die ideale Grundlage für sinnreiches aus dem Fenster starren.

Sam Evian - Rollin' In
www.youtube.com
Fällt in die gleiche Kerbe wie Michael Cera, ist aber aus diesem Jahr und stammt aus einem Vorschlag von YouTube. Sind Algorithmen also doch mal für etwas gut. Der Song baut sich langsam auf und entwickelt sich von einem eher sperrigen Anfang zu einem wunderbaren Refrain. Auch perfekt um im Zug aus dem Fenster zu starren (Ja, ich starre in Zügen sehr viel aus dem Fenster)

Yo La Tengo - Shaker
www.youtube.com
Wiederentdeckung des Jahres für mich. Ich habe, schon leicht verzweifelt, mich dieses Jahr zeitweise durch die Alternative Szene gehört und irgendwie nichts entdeckt, was mir behagte. Ich wusste allerdings auch nicht genau, was ich suchte, bis ich bei Yo La Tengo hängen blieb und dachte "Genau das ist es jetzt". Sind ja nun nicht gerade unbekannt, aber ich wusste auch nicht, dass die seit 1984 schon zusammenspielen. Das Stück hier ist neun Jahre alt, aber klingt wie gerade auf den Markt gekommen. Was vielleicht auch daran liegt, dass Alternative, wenn es gut gemacht ist, immer zeitlos ist. Ich bin dieses Jahr auch wieder über "Mad Season" gestolpert, dem einmaligen Side Project von Pearl Jam und Alice in Chains. Klingt zwar schon stark nach den 90ern, aber hat sich gut gehalten.

Beat Bizarre - Aphrodite´s Drop
youtu.be
Manchmal muss der elektrische Bass kicken. Und das macht er bei dem Stück ganz gehörig und über 9 Minuten lang. Ein eher weiches, langes Goa-Stück, dass sich, wie bei allen Goa-Sachen, beim ersten Hören eher eintönig anstellt. Aber dass der Track komplexer ist, hört man dann, wenn sich das Ding über die Kopfhörer reindengelt. Da vergehen 9 Minuten wie im Flug und man fragt sich, warum das Stück nicht 12 oder 15 Minuten. Oder noch länger.

Dorothy Ashby - The Moving Finger
www.youtube.com
Jazz kam auch nicht zu kurz. Obwohl das hier eher so zwischen Jazz und Groove schwankt. So ein bisschen Dave Pike Set meets Black Music der frühen 1970er. Was nicht so ganz überrascht, war Dorothy Ashby doch eine Afroamerikanerin und eine der ganz wenigen Harfenistinnen der Jazz-Szene. Sie hatte einen sehr eigenen Stil und spielte neben der Harfe auch das Koto aus Japan. Ihr gesamtes Werk ist ziemlich grandios, aber das Album "The Rubáiyát of Dorothy Ashby" von 1970 ist schon sehr grandios.

Honorable Mentions: Placebo (nicht die Placebo, die andere Band aus 70ern aus Belgien, Album "Ball of Eyes"), GoGo Penguin, Just Mustard. Letztere haben es wirklich nur sehr knapp in nicht meine Top 5 geschafft.

Schlimmstes Gejaule:
Sobald ich "Autotune" heraushöre, schalte ich ab.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung:
Wie oben erwähnt - Yo La Tengo. Aus mir auch nicht bekannten Gründen habe die Band ein bisschen übersehen. Dabei machen die genau die Schrammel-Musik, die ich mag. Intelligent, verspielt, ausgefallen usw. Als ich die zum ersten Mal vor ... öhm... 20 Jahren oder so gehört habe, war ich gerade in einer anderen Musik-Phase und kam nicht so recht damit zurecht. 10 Jahre später wieder drüber gestolpert, ein paar Alben gehört und gedacht "Die muss ich mal öfter hören" aber vergessen. Dieses Jahr dann wieder entdeckt und gedacht "Wie blöd war ich eigentlich?" Aber ist ja auch schön, wenn man Jahre später was entdeckt, was dann wieder neu ist.

Peinlichster musikalischer Faux-Pas:
So ein peinlicher Dorfdisko Song namens "Beat of your heart" von Purple Disco Machine. Der Name allein... und der Text. Aber macht mich ab und zu merkwürdig happy den Song zu hören. Wer es ertragen will www.youtube.com Das Video ist allerdings auch fürchterlich. Alles an dem Song ist fürchterlich.

Beste Idee/Frage:
Ich setze mich jetzt in den Park und schaue mir Katzenbabies an.

Dämlichste Idee/Frage:
Ach, so ein BIOS-Update ist ja heute auch kein Problem mehr (siehe weiter unten).

Beste Lektüre: 
"Treibhaus Bonn". Nicht das Buch von Koeppen aus den 50ern, sondern die Dissertation von Benedict Wintgens darüber und über die politische Kulturgeschichte des Romans. Spannende Einblicke in die frühen Jahre der Bonner Republik. Bisschen trocken, aber für wie ich in Bonn geborene Menschen sehr spannend. 

Langweiligste Lektüre:
Nix Langweiliges gelesen. 

Bester Sex:
Mit anderen.

Langweiligster Sex:
Mit mir allein

Schönster Moment:
Jede Minute, die ich mit der Partnerin in Zweisamkeit verbringen kann.

Schlimmster Moment:
Der Tod von Jenna. Sie war 14 und damit durchaus etwas betagt, aber bis Mai kerngesund. In den 10 Jahren, in denen sie bei mir war, nicht einmal beim Tierarzt gewesen. Dann fing sie an zu husten und ich an einem Dienstag zu meinem Arzt. Der stellte Wasser in ihrer Lunge fest. Es gab jede Menge Medikamente, die das Wasser aus der Lunge bringen sollten. Samstagmorgen hatte sie plötzlich einen Krampfanfall, dann eine Stunde später noch einen. Zum Arzt gefahren, der sie erneut geröntgt hat. Die Lunge war trotz der Medikamente fast komplett mit Wasser gefüllt. Eine sehr schwere Form von Herzinsuffizienz war die Ursache. Es blieb uns nichts anderes übrig, als sie vor Ort noch gehen zu lassen. 

Das war nicht nur eine der schwersten Entscheidungen, die ich jemals treffen musste, es war auch eine der traumatischsten. Und es beschäftigt mich bis heute. Zu sehen, wie sie einschläft, zu sehen, wie das Mittel zum Herzstillstand in sie gespritzt wurde, war schlimm. Bis heute verfolgt mich das, bis heute treibt es mir Tränen in die Augen. Ich habe sie einäschern lassen, aber bis heute nicht über Herz gebracht, sie zu beerdigen. Ihre Asche steht in einer schlichten Holzurne in meinem Zimmer. Die Zeit wird kommen, an dem ich sie dort beerdige, wo ihre alte Freundin Momo auch ist. Aber ich brauche Zeit.

Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch. Es bewegt sich nicht oben und nicht nach unten. Ich bin zufrieden und meine Ärztin auch.

Haare länger oder kürzer?
Lang. Kurz. Mittellang. Kurz. Im Moment wieder auf Precht-Niveau.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Fehlsichtiger. Ich habe im Herbst eine Epiretinale Gliose diagnostiziert bekommen. Nicht schlimm, aber auch kein Spaß. Muss irgendwann operiert werden. Noch weniger Spaß.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Viel weniger. Das Jahr war finanziell angespannt. Freelancer bemerken eine kommende Rezession ja meist als Erste. Ich habe derartige viele Absagen für Vorträge erhalten, das war schon unglaublich. Es kam noch genug rein, aber es ist unentspannt, im Vergleich zu den letzten fünf Jahren.

Der hirnrissigste Plan?
Einen neuen Newsletter für den Automotive-Bereich aufzusetzen. Aber nach wenigen Monaten schon 1600 Abonnenten. Danke dafür.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ein BIOS-Update am Rechner, das fast schiefgegangen wäre. Nur ein CMOS-Reset als letzter verzweifelter Versucht das Mainboard zu retten, klappte dann irgendwie. Was total unlogisch war, aber ich hinterfrage das nicht. Sonst wäre ein neues, 400 Euro Mainboard fällig geworden. 

Der beste Sex?
Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung?
ChatGPT Abo. Aber ist doch zu einem wichtigen Bestandteil meiner Arbeit geworden. 

Das leckerste selbst gemachte Essen?
Ein Curry mit Shrímps und Lengsfisch.

Das beeindruckendste Buch?
Ehrlich gesagt nur Fachliteratur gelesen. Das will ich 2023 2024 2025 Jahr ändern. Ein Buch pro Monat ist das Ziel.

Der beste Film/Serie?
Ehrlich gesagt nicht viel gesehen. Zuletzt gefallen hat mir "The Old Man" auf Disney+. Durchaus spannendes Spionage/Agenten/Thriller Dings mit Jeff Bridges und John Lithgow. Leider nach zwei Staffeln und mit einem kleinen Cliffhanger abgesetzt. Aber sehr schön gefilmt. Langsamer (sehr langsamer) Aufbau und zwischendrin zerfasert die Story etwas, weil man wohl nur mit einer Staffel gerechnet hatte und dann irgendwas konstruieren musste. Die zweite Staffel fällt dann etwas ab, ab da ist man soweit drin, dass man dann auch das Ende sehen will.

Die beste CD?
Dieser Fragebogen existiert seit über 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert?
Folkadu, eine israelische Band, die traditionelle israelische Lieder und Gedichte neu, aber mit traditionellen Instrumenten auf die Bühne bringt. 

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Mit Dana. Und mit Nicole. Und natürlich Jenna, Constanze. Und seit Juli: mit Sophia

Die schönste Zeit verbracht wo…?
Im Bett.

Vorherrschendes Gefühl 2024
Hemmnisse aller Orten. Trauer.

2024 zum ersten Mal getan?
Hilfe gesucht, um mit meiner Trauer umzugehen.

2024 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Katze gehen lassen müssen. Das klingt so beiläufig, aber ich habe ja keine Familie und die Katzen sind meine Familie. Und mit Tod und Trauer setzt man sich dankenswerterweise auch nicht jedes Jahr auseinander. Obwohl es sich die letzten Jahre schon arg gehäuft hat.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Der Tod von Jenna. Die finanzielle Flaute. Mein Vater im Krankenhaus.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Das wir da zusammen durchkommen.

2024 war mit 1 Wort … ?
Ein Wechsel aus Warten und Trauer.

Vorsatz für 2025
Berühmt werden. Nicht verzagen. Eins von beiden wird klappen.

2023
2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
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2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
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Sonntag, 31. Dezember 2023

2023

Beste Entscheidung: Meinen Arbeitsplatz umzubauen und einen Schreibtisch zu kaufen, den man hochfahren kann. Seitdem ich mehr im Stehen arbeite, kann ich an den Werten auf meiner Smartwatch sehen, wie bestimmte Körperwerte besser geworden sind. Außerdem ist das Filmen meiner Videos auch besser so. Die Investition für das Gestell betrug 300 Euro und war jeden Cent wert.

Schlechteste Entscheidung:  Zu lange gedacht, dass an den eigenen Arbeits- und Marketingstrategien nichts ändern muss. Aber immerhin noch bemerkt.

Beste Anschaffung: Apple Watch Ultra 2. Ich war ja sehr skeptisch, aber mittlerweile nutze ich die Uhr nicht nur für Messung meiner Gesundheit, sondern steuer damit das iPhone und ein paar Dinge zu Hause. Freu mich zudem jedes Mal, wenn ich sie am Handgelenk sehe und zudem erinnert sie mich daran, dass ich zu viel Geld für Technik ausgebe.

Dämlichste Anschaffung: Sony WH-1000 XM5. Weil ich die XM2 geliebt habe, habe ich relativ blind die XM5 gekauft und war maßlos enttäuscht. Pairing funktioniert nur manchmal auf Anhieb und der Sound ist leider fürchterlich. Gegen Sennheiser Momentum 4 eingetauscht, die um Klassen besser sind.

Schönster Absturz: In diesem Jahr gab es so gut wie keinen Alkohol. Von Ende Januar bis Ende Juni gab es gar überhaupt keinen, weil meine Gallenblase voller Steine war und alles um sich herum entzündet hatte. Aber einen schönen Abend gab es im Oktober mit meinem besten Freund, an dem ich mal drei Gläser Wein getrunken habe und sehr beschwingt nach Hause hüpfte. Der nächste Tag war dann wie erwartet zäh, aber es hat Spaß gemacht.

Schlimmster Absturz: Keinen gehabt. Das wird zur Gewohnheit. Ich vermisse es auch nicht. Alkohol erscheint mir merkwürdig überflüssig.

Bestes Getränk: Wasser. Mit Kohlensäure. Großer Fan.

Ekelerregendes Getränk: Fritz Cola. Schmeckt wie die ausgewrungenen Socken nach einem Marathonmarsch bei 30 Grad im Sommer.

Bestes Essen: Stör-Filet in Stendal in Stettin. Der Double-Double bei In 'n Out in Las Vegas und die Tacos in Las Vegas.

Schlimmstes Essen: Irgendwo eine Pasta bestellt, weil ich krank war (Corona II.). Die war derartig versalzen, dass ich sie wegwerfen musste. Ich bestelle ja extrem selten und bestätigt sich immer wieder, dass es sich nicht lohnt. Die Qualität stimmt einfach nicht mehr und knapp 15 Euro muss ich nun auch nicht für eine versalzene, überkochte Pasta ausgeben.

Beste Musik:  
Auf heavy Rotation liefen dieses Jahr:

Brian Setzer's Bloodless Pharaohs - Bloodless Pharaoh Spülte mit der Algorhitmus in meine Playlist und ich im ersten Moment dachte "Häh"? Aber das Stück ist ebenso spannend wie lustig. Der Name Brian Setzer war mir geläufig, aber ich hätte jetzt keinen Song von ihm im Kopf gehabt. Das hat sich dann dieses Jahr geändert. Auch wenn Setzer jetzt nicht gerade zu den "einfachen" Musikern gehört. Einiges entdeckt, aber das Stück hier bleibt mein Favorit.

Cymande - Dove Wo ich gerade in den 70ern bin. Auf die bin ich schon vor Jahren gestoßen hatte aber völlig vergessen, wie genial dieses Stück ist. Britische Band, gegründet 1971, die Funk, Rock, Jazz, African Music und Reggae miteinander in zumeist instrumentale Stücke verbindet. Heraus kommt dann ein unfassbar, treibender Groove mit verspielter Gitarre und anderen Instrumenten. Sehr spannend, sehr einprägsam, sehr abwechslungsreich.

Rolling Stones - Sweet Sound of Heaven Das es die Stones noch mal in meine Liste schaffen würden. Hätte ich auch nicht gedacht, aber dieser Song hat mich ziemlich von den Socken gehauen. Schöner, alter klassischer Rock and Blues, perfekt komponiert und gespielt mit einer fantastischen Lady Gaga. Mit knapp 80 Jahren können die Stones offenbar immer noch mehr, als manche andere.

Maddix - Acid Soul Manchmal brauche ich Bass und das Wiederaufleben von Acid Trance in den letzten zwei Jahren kam genau richtig. Böser Bass. Böser Break. Böser Song. Muss man laut hören.

Slomosa - Cabin Fever Entdeckt über den Deutschlandfunk. So eine Mischung aus Black Sabbath, Led Zeppelin, White Stripes und anderen. In Sachen neuer Rockbands das Beste, was ich dieses Jahr gehört habe. Allerdings habe ich dieses Jahr auch nicht viel Rock gehört, von daher ist mir sicher einiges entgangen. Aber sehr gut, was Slomosa da treiben.

Schlimmstes Gejaule: Fasst alles, was Instagram als "Hit" bezeichnet.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Miles Davis

Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Sunglass Kid. Und auch wieder nicht. Seine 80er Jan Hammer Retro Musik ist ebenso klebrig wie schön.

Beste Idee/Frage: Wollen wir nach Warschau fahren? Haben wir gemacht und es war der beste Städtetrip seit Jahren. Warschau ist wunderschön (teilweise), es gibt sehr gutes Essen, unfassbar schöne Parks, jede Menge toller Museen, extrem freundliche Menschen und günstig ist es auch noch. Zudem ist es (noch nicht) so überlaufen. Im Vergleich zu Budapest, wo ich dieses Jahr auch war um Klassen besser.

Dämlichste Idee/Frage: 8 Tage nach meiner Operation in den Zug setzen und einen Vortrag halten, inklusive Verbandswechsel im Hotel. Meine Disziplin, gemachte Zusagen auf jeden Fall einzuhalten, ist manchmal mehr als dämlich. Aber alles gut gegangen.

Beste Lektüre:  In diesem Jahr das Magazin The New Statesman" entdeckt und immer wieder gerne gelesen. Nicht, weil ich immer zustimme, aber das ist ja auch gut so. Aber die Artikel haben mir oft eine neue Perspektive gebracht.

Langweiligste Lektüre: 1 Buch von Precht gekauft um zu schauen, was die Leute so an ihm finden. Nichts gefunden, was die Leute an ihm finden.

Bester Sex: Mit anderen.

Langweiligster Sex: Mit mir allein

Schönster Moment: Auf dem Gras in einem Warschauer Park unter einem Baum während wir einem Chopin-Konzert gelauscht haben.

Schlimmster Moment: Dieses Jahr hatte leider viele schreckliche Momente. Januar: Entzündung des kompletten oberen Verdauungstrakt, inkl. Pankreatitis, was mich einigermaßen erschrocken hat. Die Gallenblase war schuld, am Ende zog sich alles bis Ende Mai, weil sich immer irgendwas entzündet hatte, dann war die Gallenblase endlich raus. Februar: Die Mutter meine Partnerin stirbt März: Meine Mutter liegt im Krankenhaus Mai: Die Großmutter meiner Partnerin stirbt August: Meine Mutter kommt erneut ins Krankenhaus Oktober: 07.10. Hamas Massaker November: Ich habe meine zweite Corona Infektion

Zugenommen oder abgenommen? 12 Kilo abgenommen.

Haare länger oder kürzer? Länger. Sah zwischendurch aus wie Precht, da habe ich dann reagiert.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Seit diesem Jahr habe ich eine extra Brille für die Arbeit am PC. Gute Anschaffung, da das eine Ein-Stärkenbrille ist. Gleitsichtbrillen sind schwierig am Rechner. Ich werde alt.

Mehr ausgegeben oder weniger? Etwas weniger, trotz Renovierung. Aber nur zwei Kurzurlaube gemacht. Einmal Budapest (na ja) und einmal Warschau (wow). Da dieses Jahr privat ziemlich herausfordernd war, blieb auch weniger Zeit übrig Geld zu verdienen.

Der hirnrissigste Plan? Mit dem Zug eine Europa-Tour zu machen. Ich war mit Iveco unterwegs, die mich als Host für eine Videoreihe gebucht hatten. Da ich auf Grund der Gallen-OP nicht fliegen durfte, habe ich alles mit dem Zug gemacht. Das war teilweise anstrengend, aber insgesamt war ich begeistert. Würde ich sofort wieder machen. Ich fliege mittlerweile extrem ungern. Nicht nur aus Umweltgründen, sondern weil das Fliegen zu einer Tortour geworden ist. Im Zug sitze ich mit meinen Kopfhörern, lese, schlafe oder starre aus dem Fenster. Ich komme deutlich entspannter da an, wo ich hin will.

Die gefährlichste Unternehmung? Eine Woche Krankenhaus, zwei Tage davon komplett abgeschossen und auf der Überwachungsstation, weil mein oberer Verdauungstrakt komplett entzündet war und meine Blutwerte unschön aussahen. Schnell erholt, dank der guten Hilfe.

Der beste Sex? Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung? Nvidia 4090 und ein 49" Zoll Samsung Monitor. Für die Summe hätte ich auch drei Wochen Urlaub machen können. Aber der neue Monitor ist sensationell und ich will nie wieder an was anderem arbeiten.

Das leckerste selbst gemachte Essen? Neulich Parmegiano di Melzano gemacht. Sogar die Tomatensoße selbst eingekocht anstatt Dosentomaten zu nehmen. Hätte ich drin baden können.

Das beeindruckendste Buch? Ehrlich gesagt nur langweilige Fachliteratur gelesen. Das will ich 2023 Jahr ändern. Ein Buch pro Monat ist das Ziel.

Der beste Film/Serie? Viel gesehen, da dauernd krank. Hängengeblieben sind mir "Picard S3" und "Good Omens S2". Außerdem irre gefreut, dass die alten Frasier Folgen wieder online sind.

Die beste CD? Dieser Fragebogen existiert seit über 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert? Nur in einem gewesen. She Past Away, eine türkische Goth-Band. Die haben sich redlich bemüht, aber der Sound in der Astra-Halle war fürchterlich.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Mit Dana. Und mit Nicole. Und natürlich Jenna, Constanze.

Die schönste Zeit verbracht wo…? Mit Dana in Warschau im August. In einem Moment, in dem es in diesem Jahr mal keine Katastrophen gab.

Vorherrschendes Gefühl 2023 Krank.

2023 zum ersten Mal getan? Ein Organ verloren.

2023 nach langer Zeit wieder getan? Im Krankenhaus gewesen. Ich hatte Glück und einen Platz im Bundeswehrkrankenhaus bekommen. Das ist, im Vergleich zu anderen Hospitälern, extrem gut finanziert und geführt. Ich war im Januar als Notfall im Krankenhaus im Friedrichshain und auch wenn die Versorgung und die Zimmer gut waren, ist das BwK um mehrere Klassen besser.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Liste siehe oben. Aber vor allem meine blöde Galle, den 07.10. und den auf Tod der Mutter meiner Partnerin hätte ich gerne verzichtet.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Das wir da zusammen durchkommen.

2023 war mit 1 Wort … ? Herausfordernd.

Vorsatz für 2024 Meine Zeit besser einteilen. Mehr Zeit für Kultur, mehr Zeit für Dinge, neben der Arbeit.

2022 2021 2020

2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010

2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002

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Samstag, 31. Dezember 2022

2022

Beste Entscheidung: Wieder mehr zu reisen, aber kürzer zu reisen. Corona hat mich faul gemacht. Aber die Partnerin will Deutschland sehen, also waren wir in diesem Jahr etwas mehr unterwegs. In Lübeck, Köln, Bonn und im Rheinland allgemein. Dazu Brandenburg erkundet. Städtereisen mit Bahn machen Spaß und sind weitaus entspannter als ein Wochenende nach Paris zu fliegen.

Schlechteste Entscheidung:Zu wenig bewegt. Zu wenig Disziplin. Ärgere mich selbst darüber.

Beste Anschaffung: AirFryer. Ja, ich jetzt auch. Aber das Ding ist wirklich super. Ehrlich! Läuft dauernd bei mir.

Dämlichste Anschaffung: Ein recht kleines Mini-Display fürs Keyboard von Corsair, das die Auslastung des Rechners anzeigt. Komplett überflüssig. Leider aber hübsch.

Schönster Absturz: Das gibt es nicht mehr in meinem Leben. Ich mag keinen Alkohol mehr. Ein Glas Wein hier und da, alle paar Wochen, manchmal auch alle paar Monate, aber das war es auch schon. Shocking, I know. Vermutlich habe ich im Alter zwischen 30 und 50 die mir in meinem Leben zugeteilte Menge an Alkohol weg gesoffen und jetzt ist nichts mehr übrig.

Schlimmster Absturz: Kein Absturz, aber ich habe einmal zwei Wein und später noch einen Gin-Tonic getrunken und hatte am nächsten Tag einen fürchterlichen Kater.

Bestes Getränk:Immer noch: Fritz-Limo Orange. Echt. Beste Orangen-Limonade der Welt.

Ekelerregendes Getränk: Cola Zero. Ich frage mich, wie man das trinken kann. Es schmeckt wie eine Cola, die man drei Tage lang hat stehen lassen, um die dann in den Kühlschrank zu stellen, frische Kohlensäure reinbumst, wieder stehen lässt und dann trinkt.

Bestes Essen: Marinierter Lachs im Airfryer, dazu mit etwas Weißwein gedünsteter wilder Brokkoli mit einer Sauce aus Alpro Soya Gedöns und Cognac. Simpel und doch so toll.

Schlimmstes Essen: Im polnischen Restaurant um die Ecke, dass ich seit Ewigkeiten ausprobieren wollte. Zumindest weiß ich jetzt, wo ich nicht mehr hingehe.

Beste Musik: Ich habe im Januar Spotify nach 11 Jahren gekündigt. Zum einen, weil der Gründer in Rüstungsunternehmen investiert. Was noch verschmerzbar wäre. Aber dass das Unternehmen Joe Rogan exklusiv auf die Plattform gehoben hat, war mir zu viel. Zu Deezer gewechselt. Auch wenn die Plattform einen guten Katalog hat, der Vorschlagsalgorithmus ist eine Katastrophe. Selten so wenig neue und interessante Sachen vorgeschlagen bekommen. Im Oktober dann zu Apple Music gewechselt und keine Sekunde bereut. Dort funktioniert das sehr gut und der Katalog ist selbst bei meinen exotischen Sachen gut sortiert. Auf heavy rotation liefen dieses Jahr:

Montserrat (ArtBat Edit) - WhoMadeWho Strange Mischung aus Icehouse, 80er Jahre, Elektro mit einer echten Gitarre drinne. Hat es mir in diesem Jahr irgendwie sehr angetan.

SUIR- Not accustumed to be hurt Eine Mischung aus Joy Division, Post-Rock, Pop. 80er Goth. Düster, schön, schwer und gleichzeitig federleicht in den Harmonien. Das Album "Not all your pain is self chosen" ist eines der besten des Jahres. Mehr von SUIR auf Bandcamp.

Bong - Trees, Grass and Stones Post- oder Psych Rock ist ein merkwürdiges Genre. Alle kennen Sigur Ros, die auch irgendwie in die Kategorie fallen, aber neben denen gibt es einen ganzen Kosmos merkwürdiger Bands, die die Tendenz haben den Soundtrack zu einem Thriller zu machen. Oder zum Weltuntergang. Neu ist das alles nicht, der Krautrock lässt schön grüßen. Aber interessant und gleichzeitig meditativ ist es. Ich höre das tatsächlich gerne auf meinen Spaziergängen und beim Arbeiten. Und außerdem mag ich, dass kaum ein Stück unter 10 Minuten ist. Das ist hier ist mit 20 Minuten Länge fast schon eine Hommage an die ganz frühen Pink Floyd Sachen aus den 60ern.

Ten Years After - I love to change the world Ok, was Leichteres. Angesichts der überaus schlechten Weltlage ein durchaus auch mir inne wohnender Wunsch, den Ten Years After 1971 formuliert hat. 1971 war im Übrigen ein sensationelles Jahr in Sachen Musik. Die sehr schöne Doku "1971" (Apple TV) hat das schön aufgearbeitet.

Midnight Oil - At the time of writing Ja, die gibt es auch noch und sie haben mich dieses Jahr mit einem Album überrascht, dass erstaunlich frisch klingt. Erinnert mich sehr an die großartigen "Place without a postcard" (1981), 10, 9, 8, 7...(1982), Red Sails in the Sunset (1984) Album Reihe. Immerhin auch schon seit 44 Jahren unterwegs, hat Midnight Oil erstaunlich viel Dampf behalten.

Avian Invasion - Choose you weapon (Extended Mix) Mal abgesehen von Bong (siehe oben) das merkwürdigste Songcover des Jahres. Aber dafür die schönste Schweineorgel seit langem und das in einem Dance/Electronica Song. Macht immer gute Laune.

Schlimmstes Gejaule: Sobald ich auch nur eine Sekunde eine Stimme höre, die mit Autotune verändert wurde, schalte ich ab.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Bert Kämpfert. Macht mir gute Laune zum Frühstück

Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Bert Kämpfert. Sind wir mal ehrlich. So amüsant und teilweise vergessen Kämpfert auch ist, seine Musik klingt oft wie eine halb tote Strickjacke, in der sich der Muff der 50er-Jahre verfangen hat.

Beste Idee/Frage: Sollen wir unseren Film bei ein paar Film-Festivals mit Schwerpunkt Umwelt anmelden? Ergebnis: Diverse Preise und offizielle Selections. Yeah! Dämlichste Idee/Frage: Was soll schon passieren, wenn ich mich bücke. Ergebnis: zwei Monate krasse Rückenschmerzen, Physiotherapie.

Beste Lektüre: Daniel Ergin "The new Map". Wie erneuerbare Energien und Wasserstoff die Weltpolitik verändern. Die Auswirkungen sehen wir jetzt schon. Der Angriff Russlands hat den Abschied von fossilen Brennstoffen nur beschleunigt. Länder wie Marokko, Algerien und Tunesien werden für die EU viel wichtiger werden, weil hier genug Solarenergie gewonnen werden kann.

Langweiligste Lektüre: Der neue Asterix-Band. Merkwürdige Story, merkwürdig halb gar, die sich auch noch extrem lange hinzieht. Die üblichen Wortwitze, aber nichts originelles oder gar überraschendes. Mutlos, langweilig.

Bester Sex: Mit anderen.

Langweiligster Sex: Mit mir allein

Schönster Moment: Mit der Partnerin und meinen Eltern in Bonn den 80. Geburtstag meines Vaters feiern.
Schlimmster Moment: Kranker Vater. Kranke Mutter der Partnerin.

Zugenommen oder abgenommen? 5 Kilo zugenommen, da ich meine Disziplin für die langen Spaziergänge verloren habe.

Haare länger oder kürzer? Länger. Sehr viel länger. Ich glaube, ich war dieses Jahr nur dreimal beim Friseur.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Schon wieder eine neue Brille, weil die alte nach nicht mal 14 Monaten hinüber war. Dafür ist die neue viel schöner. Natürlich.

Mehr ausgegeben oder weniger? Einen dicken Batzen Geld in einen neuen PC gesteckt. Der kann jetzt lange Videos in 4k in nullkommanix rendern und verschafft mir 200 fps in Call of Duty. Dazu eine Playstation 5 ergattert. Und von Android aufs iPhone umgestiegen. Das war mal ne gute Entscheidung. Vermisse Android komplett gar nicht und habe mich gefragt, warum ich nicht schon vor Jahren gewechselt bin.

Der hirnrissigste Plan? Schon wieder eine Plattform planen (kommt Januar 2023, aber Sneak Peak gibt es hier

Die gefährlichste Unternehmung? Das Softeis in Lübeck zu essen, dass offenbar nicht mehr taufrisch (hahaha) war und dafür sorgte, dass ich drei Tage Spaß hatte. Das wirklich tragische an der Sache: seitdem traue ich mich nicht mehr Softeis zu essen und ich liebe eigentlich Softeis.

Der beste Sex? Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung? Der neue PC. Da hätte ich auch einen Gebrauchtwagen kaufen können, aber was soll ich mit einem Auto?

Das leckerste selbst gemachte Essen? Mal abgesehen vom oben erwähnten Lachs, war da noch mein Couscous-Salat mit frischem Szechuan-Tofu und ein schneller, einfacher Shrimp-Stew. Und meine Bolognese, natürlich.

Das beeindruckendste Buch? Meins ;) (2023)

Der beste Film/Serie? 1971 auf Apple TV. Super gute Doku über das Jahr 1971 aus Sicht der musikalischen Entwicklung.

Die beste CD? Dieser Fragebogen existiert seit knapp 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert? Bauhaus in der Zitadelle Spandau.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Mit Dana. Und mit Nicole. Und natürlich Jenna, Constanze.

Die schönste Zeit verbracht wo…? Mit meinem Vater beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring. Mit Dana zu Hause. Mit Dana in Museen. Und in Bonn, Hamburg, Lübeck und anderswo.

Vorherrschendes Gefühl 2022 Ich bin faul.

2022 zum ersten Mal getan? Angst um die Eltern gehabt.

2022 nach langer Zeit wieder getan? Den Keller entrümpelt. Denn das war so: Ich wohne seit Mai 2004 in der jetzigen Wohnung. Meine alte Wohnung im Wedding hatte keinen Keller, das war schön. Die neue aber hatte und hat einen. Da ich erst mal die Wohnung damals leer haben wollte, habe ich mir gedacht, dass ich eine ganze Menge Krempel aus der alten Wohnung einfach in den schicken Keller stelle und "später" hochhole. 18 Jahre später standen die Kartons immer noch, nebst dem anderen "Ich stelle das schnell in den Keller und kümmere mich irgendwann drum" Krempel. Seit ungefähr zwei Jahren schiebe ich einen Entrümplung vor mir her ("Zu warm", "Zu kalt", "Keine Lust"), aber in diesem Jahr musste eine Abwasserleitung repariert werden, die nur über meinen Keller zu erreichen war. Tja. Doof. Ich habe dann tabula rasa gemacht. Einfach einen Entrümpler angerufen, Keller gezeigt und gegangen. Ich habe nicht in einen Karton geschaut. Bisher auch nichts vermisst. Kann ich nur empfehlen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Krieg in der Ukraine

Energiekrise

Kranker Vater

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Das wir das schaffen.

2022 war mit 1 Wort … ? Eintönig mit eingesprenkelten Momenten der Panik.

Vorsatz für 2023 Mehr raus gehen. Natur! Dieses Jahr aber wirklich.

2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002

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2022

Beste Entscheidung: Wieder mehr zu reisen, aber kürzer zu reisen. Corona hat mich faul gemacht. Aber die Partnerin will Deutschland sehen, also waren wir in diesem Jahr etwas mehr unterwegs. In Lübeck, Köln, Bonn und im Rheinland allgemein. Dazu Brandenburg erkundet. Städtereisen mit Bahn machen Spaß und sind weitaus entspannter als ein Wochenende nach Paris zu fliegen. Schlechteste Entscheidung: Zu wenig bewegt. Zu wenig Disziplin. Ärgere mich selbst darüber.

Beste Anschaffung: AirFryer. Ja, ich jetzt auch. Aber das Ding ist wirklich super. Ehrlich! Läuft dauernd bei mir. Dämlichste Anschaffung: Ein recht kleines Mini-Display fürs Keyboard von Corsair, das die Auslastung des Rechners anzeigt. Komplett überflüssig. Leider aber hübsch.

Schönster Absturz: Das gibt es nicht mehr in meinem Leben. Ich mag keinen Alkohol mehr. Ein Glas Wein hier und da, alle paar Wochen, manchmal auch alle paar Monate, aber das war es auch schon. Shocking, I know. Vermutlich habe ich im Alter zwischen 30 und 50 die mir in meinem Leben zugeteilte Menge an Alkohol weg gesoffen und jetzt ist nichts mehr übrig. Schlimmster Absturz: Kein Absturz, aber ich habe einmal zwei Wein und später noch einen Gin-Tonic getrunken und hatte am nächsten Tag einen fürchterlichen Kater.

Bestes Getränk:Immer noch: Fritz-Limo Orange. Echt. Beste Orangen-Limonade der Welt. Ekelerregendes Getränk: Cola Zero. Ich frage mich, wie man das trinken kann. Es schmeckt wie eine Cola, die man drei Tage lang hat stehen lassen, um die dann in den Kühlschrank zu stellen, frische Kohlensäure reinbumst, wieder stehen lässt und dann trinkt.

Bestes Essen: Marinierter Lachs im Airfryer, dazu mit etwas Weißwein gedünsteter wilder Brokkoli mit einer Sauce aus Alpro Soya Gedöns und Cognac. Simpel und doch so toll. Schlimmstes Essen: Im polnischen Restaurant um die Ecke, dass ich seit Ewigkeiten ausprobieren wollte. Zumindest weiß ich jetzt, wo ich nicht mehr hingehe.

Beste Musik: Ich habe im Januar Spotify nach 11 Jahren gekündigt. Zum einen, weil der Gründer in Rüstungsunternehmen investiert. Was noch verschmerzbar wäre. Aber dass das Unternehmen Joe Rogan exklusiv auf die Plattform gehoben hat, war mir zu viel. Zu Deezer gewechselt. Auch wenn die Plattform einen guten Katalog hat, der Vorschlagsalgorithmus ist eine Katastrophe. Selten so wenig neue und interessante Sachen vorgeschlagen bekommen. Im Oktober dann zu Apple Music gewechselt und keine Sekunde bereut. Dort funktioniert das sehr gut und der Katalog ist selbst bei meinen exotischen Sachen gut sortiert. Auf heavy rotation liefen dieses Jahr:

<a href=" Montserrat (ArtBat Edit) - WhoMadeWho www.youtube.com Strange Mischung aus Icehouse, 80er Jahre, Elektro mit einer echten Gitarre drinne. Hat es mir in diesem Jahr irgendwie sehr angetan.

SUIR- Not accustumed to be hurt Eine Mischung aus Joy Division, Post-Rock, Pop. 80er Goth. Düster, schön, schwer und gleichzeitig federleicht in den Harmonien. Das Album "Not all your pain is self chosen" ist eines der besten des Jahres. Mehr von SUIR auf <a href"suir.bandcamp.com">Bandcamp.

Bong - Trees, Grass and Stones Post- oder Psych Rock ist ein merkwürdiges Genre. Alle kennen Sigur Ros, die auch irgendwie in die Kategorie fallen, aber neben denen gibt es einen ganzen Kosmos merkwürdiger Bands, die die Tendenz haben den Soundtrack zu einem Thriller zu machen. Oder zum Weltuntergang. Neu ist das alles nicht, der Krautrock lässt schön grüßen. Aber interessant und gleichzeitig meditativ ist es. Ich höre das tatsächlich gerne auf meinen Spaziergängen und beim Arbeiten. Und außerdem mag ich, dass kaum ein Stück unter 10 Minuten ist. Das ist hier ist mit 20 Minuten Länge fast schon eine Hommage an die ganz frühen Pink Floyd Sachen aus den 60ern.

Ten Years After - I love to change the world Ok, was Leichteres. Angesichts der überaus schlechten Weltlage ein durchaus auch mir inne wohnender Wunsch, den Ten Years After 1971 formuliert hat. 1971 war im Übrigen ein sensationelles Jahr in Sachen Musik. Die sehr schöne Doku "1971" (Apple TV) hat das schön aufgearbeitet.

Midnight Oil - At the time of writing Ja, die gibt es auch noch und sie haben mich dieses Jahr mit einem Album überrascht, dass erstaunlich frisch klingt. Erinnert mich sehr an die großartigen "Place without a postcard" (1981), 10, 9, 8, 7...(1982), Red Sails in the Sunset (1984) Album Reihe. Immerhin auch schon seit 44 Jahren unterwegs, hat Midnight Oil erstaunlich viel Dampf behalten.

Avian Invasion - Choose you weapon (Extended Mix) Mal abgesehen von Bong (siehe oben) das merkwürdigste Songcover des Jahres. Aber dafür die schönste Schweineorgel seit langem und das in einem Dance/Electronica Song. Macht immer gute Laune.

Schlimmstes Gejaule: Sobald ich auch nur eine Sekunde eine Stimme höre, die mit Autotune verändert wurde, schalte ich ab.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Bert Kämpfert. Macht mir gute Laune zum Frühstück Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Bert Kämpfert. Sind wir mal ehrlich. So amüsant und teilweise vergessen Kämpfert auch ist, seine Musik klingt oft wie eine halb tote Strickjacke, in der sich der Muff der 50er-Jahre verfangen hat.

Beste Idee/Frage: Sollen wir unseren Film bei ein paar Film-Festivals mit Schwerpunkt Umwelt anmelden? Ergebnis: Diverse Preise und offizielle Selections. Yeah! Dämlichste Idee/Frage: Was soll schon passieren, wenn ich mich bücke. Ergebnis: zwei Monate krasse Rückenschmerzen, Physiotherapie.

Beste Lektüre: Daniel Ergin "The new Map". Wie erneuerbare Energien und Wasserstoff die Weltpolitik verändern. Die Auswirkungen sehen wir jetzt schon. Der Angriff Russlands hat den Abschied von fossilen Brennstoffen nur beschleunigt. Länder wie Marokko, Algerien und Tunesien werden für die EU viel wichtiger werden, weil hier genug Solarenergie gewonnen werden kann. Langweiligste Lektüre: Der neue Asterix-Band. Merkwürdige Story, merkwürdig halb gar, die sich auch noch extrem lange hinzieht. Die üblichen Wortwitze, aber nichts originelles oder gar überraschendes. Mutlos, langweilig.

Bester Sex: Mit anderen. Langweiligster Sex: Mit mir allein

Schönster Moment: Mit der Partnerin und meinen Eltern in Bonn den 80. Geburtstag meines Vaters feiern.
Schlimmster Moment: Kranker Vater. Kranke Mutter der Partnerin.

Zugenommen oder abgenommen? 5 Kilo zugenommen, da ich meine Disziplin für die langen Spaziergänge verloren habe.

Haare länger oder kürzer? Länger. Sehr viel länger. Ich glaube, ich war dieses Jahr nur dreimal beim Friseur.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Schon wieder eine neue Brille, weil die alte nach nicht mal 14 Monaten hinüber war. Dafür ist die neue viel schöner. Natürlich.

Mehr ausgegeben oder weniger? Einen dicken Batzen Geld in einen neuen PC gesteckt. Der kann jetzt lange Videos in 4k in nullkommanix rendern und verschafft mir 200 fps in Call of Duty. Dazu eine Playstation 5 ergattert. Und von Android aufs iPhone umgestiegen. Das war mal ne gute Entscheidung. Vermisse Android komplett gar nicht und habe mich gefragt, warum ich nicht schon vor Jahren gewechselt bin.

Der hirnrissigste Plan? Schon wieder eine Plattform planen (kommt Januar 2023, aber <a href"twitter.com">Sneak Peak gibt es hier

Die gefährlichste Unternehmung? Das Softeis in Lübeck zu essen, dass offenbar nicht mehr taufrisch (hahaha) war und dafür sorgte, dass ich drei Tage Spaß hatte. Das wirklich tragische an der Sache: seitdem traue ich mich nicht mehr Softeis zu essen und ich liebe eigentlich Softeis.

Der beste Sex? Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung? Der neue PC. Da hätte ich auch einen Gebrauchtwagen kaufen können, aber was soll ich mit einem Auto?

Das leckerste selbst gemachte Essen? Mal abgesehen vom oben erwähnten Lachs, war da noch mein Couscous-Salat mit frischem Szechuan-Tofu und ein schneller, einfacher Shrimp-Stew. Und meine Bolognese, natürlich.

Das beeindruckendste Buch? Meins ;) (2023)

Der beste Film/Serie? 1971 auf Apple TV. Super gute Doku über das Jahr 1971 aus Sicht der musikalischen Entwicklung.

Die beste CD? Dieser Fragebogen existiert seit knapp 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert? Bauhaus in der Zitadelle Spandau.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Mit Dana. Und mit Nicole. Und natürlich Jenna, Constanze.

Die schönste Zeit verbracht wo…? Mit meinem Vater beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring. Mit Dana zu Hause. Mit Dana in Museen. Und in Bonn, Hamburg, Lübeck und anderswo.

Vorherrschendes Gefühl 2022 Ich bin faul.

2022 zum ersten Mal getan? Angst um die Eltern gehabt.

2022 nach langer Zeit wieder getan? Den Keller entrümpelt. Denn das war so: Ich wohne seit Mai 2004 in der jetzigen Wohnung. Meine alte Wohnung im Wedding hatte keinen Keller, das war schön. Die neue aber hatte und hat einen. Da ich erst mal die Wohnung damals leer haben wollte, habe ich mir gedacht, dass ich eine ganze Menge Krempel aus der alten Wohnung einfach in den schicken Keller stelle und "später" hochhole. 18 Jahre später standen die Kartons immer noch, nebst dem anderen "Ich stelle das schnell in den Keller und kümmere mich irgendwann drum" Krempel. Seit ungefähr zwei Jahren schiebe ich einen Entrümplung vor mir her ("Zu warm", "Zu kalt", "Keine Lust"), aber in diesem Jahr musste eine Abwasserleitung repariert werden, die nur über meinen Keller zu erreichen war. Tja. Doof. Ich habe dann tabula rasa gemacht. Einfach einen Entrümpler angerufen, Keller gezeigt und gegangen. Ich habe nicht in einen Karton geschaut. Bisher auch nichts vermisst. Kann ich nur empfehlen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Krieg in der Ukraine Energiekrise Kranker Vater

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Das wir das schaffen.

2022 war mit 1 Wort … ? Eintönig mit eingesprenkelten Momenten der Panik.

Vorsatz für 2023 Mehr raus gehen. Natur! Dieses Jahr aber wirklich.

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